Donau-Tsunami

Anfang September 2018 kam es im Rahmen einer Girls-Day-Veranstaltung des österreichischen Bundesheeres zu einem Bootsunfall auf der Donau bei Hainburg. Der Sprecher des Heeres schloss sofort aus, dass Fehler gemacht worden seien und machte die von einem Donauschiff verursachten Wellen für den Unfall verantwortlich.

Für zwei junge Frauen endete der Tag auf der Intensivstation eines Spitals.

Resi Stenz brachte die Gedanken, die ihr dazu durch den Kopf gingen, in einem Gedicht zum Ausdruck.

Später stellte sich heraus, dass die beiden Frauen – unter dem gekenterten Boot gefangen – vergessen worden waren.

 

 

Donau-Tsunami

Plötzlich eine große Welle,
die wie ein Tsunami kam …
… wenn man glaubt der Heeres-Quelle.
Ich tu’s nicht, mich packt die Scham.

War ich doch auch bei dem Vereine,
und Sturmbootfahr’n ist mir nicht fremd.
Jetzt bei de Weiwa drah ma eine,
passt’s auf, de wischerln si ins Hemd.

De Daumpfawönn, de schneid ma net,
sondern mir nemman’s parallel,
daunn schaukelt’s und ein Achterl geht
ins Hoserl jeder Mademoiselle.

So eine breite, flache Schüssel
zum Kentern bringen, das ist schwer.
Inkompetenz ist wohl der Schlüssel,
der geht mit Testost’ron einher.

Die Wellen, die die Schiffe machen,
sind keine Monstersurferwellen.
Gäb’s nicht Verletzte, wär’s zum Lachen,
was die vom Heer uns jetzt erzählen.

Die Zeichen steh’n auf Cover Up
und auf „die Reihen dicht geschlossen“.
Herr Kunasek, stelln’S das gleich ab,
selbst wenn es trifft Parteigenossen!

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