Keylerei

Von einem gewissen Hubert Keyl nahm die Öffentlichkeit erstmals Notiz, als die Burschenschaft Silesia in einem Gürtel-Etablissement feierte und er bei dieser Gelegenheit in eine wilde Schlägerei geriet. In diesem Zusammenhang tauchte übrigens auch der Neonazi Gottfried Küssel auf. 

In dem FPÖ-Magazin „Zur Zeit“ sprach sich Keyl gegen die Seligsprechung des „Verräters“ Franz Jägerstätter aus.

Mitte September 2018 sollte Keyl Verwaltungsrichter werden, was einen Sturm der Entrüstung auslöste.

Justizminister Josef Moser verschanzte sich hinter Formalem und dem Gleichbehandlungsgesetz, das eine Benachteiligung wegen der persönlichen Gesinnung des Kandidaten ausschließe, und gab den Schwarzen Peter an Bundespräsident Van der Bellen weiter, dem die „finale Entscheidung“ obliege.

Keyl zog in weiterer Folge seine Kandidatur zurück.

Resi Stenz äußerte sich zu diesen Ereignissen in dem folgendem Gedicht.

 

 

Keylerei

„Die Kämpfer“ gibt’s sowie „die Lauen“
und schließlich auch noch „die Verräter“
im Sprachgebrauch der Braunau-Blauen.
„Verräter“ war Franz Jägerstätter,

nach Auffassung von Hubsi Keyl.
Der wollt‘ Verwaltungsrichter sein
und schien geeignet dafür, weil
er steht für Recht und Anstand ein,

selbst wenn im Gürtelpuff es wär‘,
wo Kiefer ihm und Nase brächen,
verteidigt‘ dennoch treu die Ehr‘
der Frau, wenn Freier sie ansprächen.

Nach regelrechter „Hexenjagd“,
wie Vizebumsti kürzlich sagt,
entzieht er uns seine Talente,
sucht sich ein passender’s Ambiente.

Ach, wenn doch der Justizminister
nur seinem Beispiel folgen möcht‘!
Der Feigheit nämlich schuldig ist er,
weil er sich duckt hinter dem „Recht“

gleichwelcher Richterkandidaten,
privat ein wenig auch zu freislern.
And’ren überließ er Taten,
dass sein Problem sie für ihn meistern.

Soll doch der Alex sich ereifern
für die Political Correctness,
damit die Blauen ihn angeifern!
Beim Pepi keinen Eifer weckt es.

2 Antworten auf “Keylerei”

  1. „Die Kämpfer“ gibt’s sowie „die Lauen“
    und schließlich auch noch „die Verräter“
    im Sprachgebrauch der Braunau-Blauen.
    „Verräter“ war Franz Jägerstätter,

    – Genial!!

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