Was wird das, wenn es fertig ist?

 

Christoph Pölzl, Sprecher des Innenministers, legte Ende September 2018 in einer E-Mail den Landespolizeidirektionen nahe, die Zusammenarbeit mit kritischen Medien auf ein Minimum zu beschränken, die Herkunft von Tatverdächtigen künftig zu nennen und dabei mehr Gewicht auf Sexualdelikte zu legen.

Diese E-Mail erregte einiges Aufsehen, nachdem sie in der Öffentlichkeit bekannt geworden war, literarisch ist sie allerdings von geringer Qualität:

„Sexualdelikte sind aus Opferschutzgründen ein heikles Thema, dennoch darf ich euch bitten, vor allem Taten die in der Öffentlichkeit begangen werden, besondere Modi Operandi (z. B. antanzen) aufweisen, mit erheblicher Gewalteinwirkung oder Nötigungen erfolgen, oder wenn zwischen TäterIn und Opfer keine Verbindung besteht, auch proaktiv auszusenden. Sollte dies aufgrund einer kleinen Ortschaft nicht möglich sein, so könnte man beispielsweise nur den Bezirk als Ortsangabe nennen.“

Pölzls E-Mail forderte sowohl die Kritik, als auch den Spott der Dichterin Resi Stenz heraus, die denn auch nicht lange mit einer Gereimtheit auf sich warten ließ.

Unter Druck geraten, distanzierte sich Innenminister Kickl von jenem Teil der Aussendung, in dem es um den Vorschlag einer Ungleichbehandlung der Medien gegangen war.

 

 

Was wird das, wenn es fertig ist?

Was wird das, wenn es fertig ist?
Wohl eine Art von Diktatur,
wenn man’s an Einschränkungen misst
der Pressefreiheit, sprich Zensur.

Dem Ritter vom pfeiligen Kreuz
eifern die „Freiheitlichen“ nach.
Was der so treibt– die Blauen freut’s.
Die Pressefreiheit – nicht sein Fach!

Ein bisserl wird dann dementiert,
ein Unterläufel muss dran glauben:
Beim Schreiben hat sich der geirrt,
der Kickl tät sich’s nie erlauben …

Zum hetzerischen Teil hingegen
der Email, um die hier sich‘s dreht,
gibt offensichtlich er den Segen.
Wenn man nur nach der Sprache geht,

dann ist der Autor ein Kikuyu
(I hope you understand me, do you?)
oder ein and’rerAfrikaner,
weil kein g’scheites Deutsch nicht kann er:

… Proaktiv Taten auszusenden,
(wenn nicht so eine kleine Ortschaft
verunmöglicht, dies anzuwenden).
Erstaunlich, was der mit dem Wort schafft!

Und dennoch ist der Inhalt klar:
Wenn ein Migrant der Täter war,
dann hat der Fall Priorität,
damit dann in der Zeitung steht,

wie recht nicht doch die Blauen haben.
Den unkoop’rativen Blättern
wird einfach’s Wasser abgegraben.
Vom Trock‘nen aus können’s dann wettern.

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