Schutzzaun

 

Die Affäre um den niederösterreichischen Landesrat Waldhäusl und sein Asylquartier – ein Feldhäusl an der tschechischen Grenze, nicht allzu weit vom Anus mundi, den man von dort schon recht gut sehen kann brachte Ende November 2018 etwas Leben in die österreichische Innenpolitik.

Resi Stenz äußerte sich dazu erst in einem wortlosen Bildgedicht, ließ dann aber angeregt durch ein ORF-Interview Waldhäusls die unten wiedergegebenen Verse folgen.

 

Schutzzaun

Wes Geistes Kind Waldhäusl ist,
zeigte er im Interview.
Als Amateurkabarettist
hört’ ich ihm begeistert zu.

Der Mann ist, scheint es, nur bedingt
der deutschna Sprache mächtig,
und was er dann zum Ausdruck bringt,
ist Cabaret-verdächtig:

Nur schützna soll doch dieser Zaun
die Jugendlichna vor dem Mob!
Weil dem ist – scheint es – nicht zu trau’n.
(Weil sich dort konzentrier’n die Blau’n?)
Und der Security ihr Job

ist’s, die Bevölkerung zu schützna
vor den „lieben kleinen Kindern“,
weil Nettsein tut nämlich nix nützna,
an Straftatna muss man die hindern.

Sie sind nicht eingesperrt im Haus!
Und wie im Waldviertel ist‘s Brauch,
geh’n sie durch eine Tür hinaus
und reingeh’n durch die Tür tun’s auch.

Wenn Waldhäusl ist erste Wahl
für seinen Posten … hawedehre!
Dann kommt halt nach der Wahl die Qual
mit einer Straflageraffäre!

Rabiates Ordnungmachen,
wie angekündigt in „Zur Zeit“
als Satire und zum Lachen,
ist teils also schon Wirklichkeit.

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