Wahlwerbung 10 – Koalitionsanbahnung

In der österreichischen Innenpolitik geht’s zu wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Oder (wenn der Serotoninspiegel des Zuschauers nicht so hoch ist): wie in einer griechischen Tragödie. Oder (im Fall einer Depression – einer derzeit wohl nicht leicht vermeidbaren Erkrankung): wie in einem Horror-Roman.
Es gibt keinen Ausweg, nur unwichtige Details sind variabel. Selbst wenn der Liebling älterer Schauspielerinnen am Ende eines Murmeltiertags samt seiner Regierung entlassen wird, ist er am nächsten Morgen wieder da. Neuerlich gekrönt und in einer Koalition mit der Partei des Ochlos, die sich ihm an den Hals wirft, obwohl sie am – mittlerweile vergessenen – Vortag noch für seine Entlassung gestimmt hat.
(Resi Stenz)

Am Futtertrog

Bei der Erstellung der Grafik (sowie der Grafiken in den vorangegangenen Beiträgen) hat Tuco unsere Resi tatkräftig unterstützt.
Der oben wiedergegebene Text ist auch als Beitrag zu den “ABC-Etüden” gedacht, worin diesmal die Begriffe “Roman”, “entlassen” und “variabel” verwendet und insgesamt nicht mehr als 300 Wörter gebraucht werden sollen.
(Paco)

8 Antworten auf “Wahlwerbung 10 – Koalitionsanbahnung”

  1. Das hört sich schwer nach: “Was kümmert mich mein törichtes Geschwätz von gestern” an. Bisschen gruselig, das so vorgeführt zu bekommen.
    Liebe Grüße
    Christiane, die mal wieder keine Ahnung (vom politischen Geschehen in Ö) hat und es zugibt

  2. Ist doch bei uns auch schon fast so.Bis zum Donnerstag haben SPD und CDU ihre Klimavorstellungen separat nach außen hin dargestellt und sich dann am Abend getroffen, weil am Freitag die Vorstellung des “Konzeptes” erfolgen sollte. Jahrelang hat unsere sog. “Regierung” Zeit gehabt, sich auf das Thema vorzubereiten und als GROKO eine gemeinsame Position zu finden. Aber erst EINEN Abend vorher setzt man sich zusammen, um die Kompromisse für den nächsten Tag auszuhandeln! Unglaublich! Und wenn wir nicht bald alle in einen GENERALSTREIK treten, dann wird das sowieso nichts mehr! Das ist D heute.

    1. Wenn’s beim großen Bruder auch nicht anders zugeht als bei uns, dann ist wahrlich die Kacke am Dampfen (das ist sie weltweit natürlich sowieso, klar).
      Wir operetterln hier ja nur ein bisserl herum und hoffen im Übrigen, dass ihr und/oder jemand anderer es schon richtig machen werdet.
      Auf der anderen Seite … wir haben für alles eine Lösung : Wenn die Schüler in der Unterrichtszeit demonstrieren, kann die Schulleitung das als Schulveranstaltung deklarieren …
      Das wiederum erinnert mich an einen Direktor der Höheren Technischen Lehranstalt, an der ich unterrichtet habe. Der beklagt in der Schulchronik, dass in den letzten Kriegstagen kein geregelter Unterricht mehr möglich war …
      Der österreichische Weg: blöd stellen und die Apokalypse aussitzen …
      Liebe Grüße
      Resi

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