Stoffwechselprobleme

Brand

Katastrophale Brände, die in Australien wüten, haben Resi Stenz dazu motiviert, sich mit ein paar Reimen zur Klimakrise und zu unserem Stoffwechsel mit der Natur zu äußern.
Der Rhythmus dieser Reime folgt dem Chanson „Der Nowak lässt mich nicht verkommen“ aus der Feder Hugo Wieners. Tuco hat den Vortrag der Neuauflage des Liedes in dem Bewusstsein gewagt, dass er sich wohl den Vergleich mit der Interpretation des Originals durch Cissy Kraner gefallen lassen müssen würde.
(Paco)

Stoffwechselprobleme

Wir Menschen haben Stoffwechselprobleme,
für die ein wenig Zeit ich mir jetzt nehme.
Die Rede ist nicht von den Eingeweiden
und dem was dort entstehen kann an Leiden.
Vielmehr geht es hier um das Produzieren,
was dabei wir verbrauchen und abführen.
Ich hätt‘ da manch ein‘ Wunsch dazu ein‘ frommen,
aber zur Rezession darf’s halt nicht kommen.

Man muss die G’schichte neu perjodisieren,
danach, seit wann wir’s wissen und auch spüren:
Man darf diesen Planeten nicht versauen
und darauf, dass schon nix passiert vertrauen!
Doch wer ein Hunderl hat in diesem Rennen,
der weigert sich, Tatsachen zu erkennen.
Natürlich g’hörert etwas unternommen,
aber der Wirtschaft muss es gut bekommen.

Das Ferkeln ist unschuldig nicht mehr möglich,
nach dem, was wir erfahr’n inzwischen täglich.
Drum offen schuldig schweinigeln sie weiter,
und die die Welt regier’n wer’n auch nicht g’scheiter.
Wer konsumiert und arbeit‘, hängt mit drinnen:
Was soll der Kohle-Kumpel jetzt beginnen?
Drum darf – wird wirklich etwas unternommen –
der Wirtschaftsstandort keinesfalls verkommen.

Selbst wenn schon keine Menschen nicht mehr leben,
Zum Trost wird es den Wirtschaftsstandort geben!
Am besten schreib’m wir’s in uns’re Verfassung,
dann gibt’s zur Umkehr keine Veranlassung.
Wenn’s heiß in Wien wird, tun wir Wasser sprühen,
drum wird’s nicht so wie in Australjen glühen.
So wurschteln wir noch eine Weile weiter,
geh’n in die Endzeit abgekühlt und heiter!

2 Antworten auf “Stoffwechselprobleme”

  1. Einfach nur SUPER und auf den Punkt gebracht: der Wirtschaft muß es gut bekommen, das ist das absolute Totschlagargument.

    Früher habe ich mal gesagt:

    Kapazitäten

    Konsum, Konsum,
    die Wirtschaft braucht ’nen Boom
    kauft ein, kauft ein,
    sonst trifft es euch ganz allein

    Aber Deine Fassung trifft es viel besser!

    1. Vielen Dank, lieber Werner!
      Es freut mich, dass der Klima-Nowak gut bei dir ankommt!
      Deine Reime treffen aber auch ins Schwarze!
      Das weltweite profitzentrierte Ferkeln abzustellen und seine Auswirkungen in den Griff zu bekommen, dürfte ein Mammutprojekt sein, gegen das die sozialistische Weltrevolution – wenn sie stattgefunden hätte – ein Lercherlschas(1) gewesen wäre.
      Die gute Nachricht für Schriftsteller: Dieses Projekt – oder vielmehr seine Verhinderung – dürfte wohl noch jede Menge Gründe liefern, sich in Reim und Prosa kreativ zu betätigen! 🙂

      (1) Darmwind eines kleinen Vogerls – im Wienerischen der Inbegriff einer zu vernachlässigenden Größe.

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