Mentaler Ausbruch aus der Corona-„Sicherungshaft“

tikal

Wer zu Hause in der Corona-„Sicherungshaft“ sitzt und mittlerweile genug hat von den  westösterreichischen Trachtenjankern, die im Fernsehen ihr endenwollendes Verständnis dafür zum Ausdruck bringen, dass ihnen zugemutet wird, Liftbetrieb und Gästenepp einzustellen,

wer von einem Landeshauptmann genug hat, der die Verantwortung für das Tiroler Desaster von sich weist, weil er im Corona-Krisenmanagement „keine politische Aufgabe“ sieht,

wer dem gleichen Landeshauptmann nicht glaubt, dass seine intellektuelle Leistungsfähigkeit so gering ist, wie er jetzt tut, weil das immer noch besser ist als zu bekennen, dass er unter dem Druck der Tourismusindustrie die Gefährdung des Lebens und der Gesundheit einer unbestimmten Anzahl von Menschen in Kauf genommen habe,

wer nicht unbedingt per TV in Echtzeit dabei sein muss, wenn die Hände des Kanzlers vom Gestus des südamerikanischen Bergjesus in die Gebetsfaltung wechseln und zurück, während er Artigkeiten von sich gibt,

möchte vielleicht vor all dem wenigstens im Geiste ans andere Ende der Welt fliehen.

Als Angehörige der Hochrisikogruppe verzichtet Resi Stenz auf die tägliche Hofrunde und bleibt in ihrer Zelle. Ihr – mentaler – Ausbruch wird sie nach Mesoamerika in das Land der Maya führen und dafür möchte Resi ihr Spanisch auf Vordermann bringen. Sie hat zu diesem Zweck einen einfachen Text in spanischer Sprache über die Kultur der Maya mit einem entsprechenden Tondokument kombiniert.
Resi hat volles Verständnis für alle, die das sterbenslangweilig finden. Wer möchte, darf sich ihr aber gern beim Hören und Lesen anschließen.

(Paco)

2 Antworten auf “Mentaler Ausbruch aus der Corona-„Sicherungshaft“”

  1. Faszinierend, ich hatte gerade Leonard Cohen laufen, „You want it darker“, da ist doch Dein spanischer Text sehr viel aufbauender. Zu Deinem deutschen Beitext der Rat: „Die Wahrheit braucht ein schnelles Pferd.“ Wie würdest Du das spanisch formulieren? Lg. R.

    1. … und wenn’s mit dem Fluchttier nicht hinhaut, dann wenigstens einen schnellen Colt!
      Deinen Rat würde ich mit den Worten „la verdad necesita un caballo veloz“ ins Spanische übertragen, obwohl mir das selber ein bisserl patschert vorkommt.
      LGResi

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