Terror in Wien: Nehammers Hoppala oder „Es ist etwas schiefgegangen“.

Eine der Toten haben wir gekannt: Die nette Kellnerin, die sich im „Salzamt“ ihr Kunststudium verdient hat. Wenn der türkise Türsteher seinem Job gewachsen wäre, könnte sie und könnten die anderen drei Opfer noch leben.
Für diejenigen, die’s noch nicht irgendwo gelesen haben: Der Hinweis slowakischer Behörden, dass der einschlägig vorbestrafte Attentäter vom Montag (im Sommer schon!) Munition kaufen wollte, ist im Zuständigkeitsbereich Nehammers von irgendeinem Schreibtisch unbemerkt und direkt in die Ablage 17 runtergefallen.
Das Oberburscherl, das wir uns bei der letzten Nationalratswahl eingetreten haben, meint anmerken zu müssen, dass der Attentäter sein Vorhaben nicht durchführen hätte können, wäre er nicht vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen worden. Überleg einmal, Buberl, der wär‘ im Sommer sowieso und ganz regulär freigekommen! Der Zadic könnt ihr das nicht umhängen, dafür müsst IHR gradestehen (wenn auch an dem Argument, dass der blaue Mounty, den uns die Regierung Kurz I zugemutet hat, in seiner Amtszeit allerhand Schaden angerichtet hat, durchaus was dran ist)!

Jedenfalls wollten wir die ganze Causa nicht unkommentiert lassen und haben ein einfaches kleines Video dazu gemacht. Der Text stammt von Resi Stenz, ich habe Schnitt und Ton übernommen und Tuco hat das Lied, das unseren Bemühungen entsprungen ist … interpretiert.

[Paco]

Danke vielmals!

Der Dank, von dem hier die Rede ist, gebührt gleichermaßen dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, die sich – auf völlig verschiedene Art und Weise – gleichermaßen darum verdient gemacht haben, dass nun wohl (zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Zeilen sind die Koalitionsverhandlungen noch im Gange) erstmals Jünger eines schrägen Vereins in eine Landesregierung geholt werden, die vor einer Weile noch auf rosa Einhörnern in den Wahlkampf gezogen sind und – 230 Jahre nach dem Tod von Adam Smith – immer noch darauf vertrauen, dass ein wild wuchernder Kapitalismus die Glückseligkeit aller mit sich bringen wird.

Laandabär

Was den Franzosen ihr 14. Juli ist, stellt bei uns in Österreich der 26. Oktober dar, ein Datum, das wahlweise mit dem Abzug des letzten Besatzungssoldaten (der Alliierten) oder mit dem Inkrafttreten des Neutralitätsgesetzes in Verbindung gebracht werden kann, jedenfalls (und um Gottes Willen) nicht mit dem „Umsturz“ vom 12. Novembar 1918, als die Republik ausgerufen wurde, nachdem unser seliger Kaiser Karl (schon tags zuvor) den Regierungsgeschäften entsagt (aber – ganz, ganz wichtig – nicht „abgedankt“) hatte.
Deshalb haben die Franzosen die Marseillaise und wir nur die Bundeshymne.
Resi Stenz erinnerte sich der feinen “Moff“-Schundheftln, die in der Ära Schüssel die Abenteuer des „tlanen Woifi“ zum Inhalt hatten. In einem dieser Hefte beginnt ein Fußballer ein Lied zu singen („Laan-da Bär-“), das sich erst nach dem Umblättern („-ge-he“) als die Bundeshymne erweist. Hier schließt Resi mit einer eigenen Strophe an.

(Paco)

Laandabär

Laan-da Bär-ge-he, Laan-dam Strau-hau-me,
iim Konduuk-tschri-hitt wie im Trau-hau-me
iins türkii-se Zu-hu-kunf-tsreich.
Niich-tnua wie Geanot Blüü-me-hel Söhne,
Klaauu-di-ja auch – und daas ist das Schöne:
Diiee Oat Tööch-ta und Söhne, sog i eich,
üü-ba-dau-at’s geprüfte Österreich!

Hier die tlane Klaudia – dennoch eine der „großen Töchter“–, die der große, böse Vogel, den sich der tlane Woifi leider als Spielgefährten ausgesucht hat, schon noch kennenlernen wird!

Gernot Blümel dankt …

… für den überwältigenden Achtungserfolg, den ihm seine Wähler geschenkt haben.

Als Hintergrundmusik und als Vorgabe für den Rhythmus ihrer Verse hat Resi Stenz diesmal „Kein schöner Land“ gewählt, womit Tuco beim Singen ganz gut zurechtgekommen ist.

Der im Text enthaltene Ausdruck „Schnitzelg’sicht“ stellt ein Zitat aus dem Tweet eines namhaften Vertreters der Homosexuellen-Gemeinde dar, der – verärgert über das Ende des Life Balls – Gernot Blümel einen „Knackarsch“ bescheinigt, bei dem ihm dessen Eigner lieber sei als der Wiener Bürgermeister bei seinem „verschlagenen Schnitzelgesicht“.

[Paco]

Gernot for Rathausmann

Unserem Fanvideo „Gernot for Rathausmann“ liegt Gernot Blümels eigenes Wahlkampfvideo („Baustellen“) zugrunde, in dem er das graue, frühmorgendliche Wien in Zeitlupe durchmisst. Wir haben es mit der Musik und Szenen aus dem „Dritten Mann“ angereichert: Ein junger Mann kommt mit dem Zug aus Moosbrunn angereist und führt auf seinem Rundgang durch Wien einen inneren Dialog, dessen Rhythmus sich strikt nach nach dem Harry-Lime-Thema richtet.
Der von Resi Stenz verfasste und von Tuco Ramírez vorgetragene Text enthält Formulierungen und Anspielungen, die möglicherweise einer Erklärung bedürfen:
So wird etwa der Ausdruck „mit einem Arsch auf zwei Kirtag‘ sein (oder spielen)“ herangezogen, wobei der „Arsch“ mit Rücksicht auf besonders sensible Betrachter des Videos sprachlich auf „Popscherl“ erweicht wurde. Die Knackigkeit des Blümelschen Sitzorgans, das ein namhafter Vertreter der Homosexuellen-Gemeinde ob ebendieser Eigenschaft gepriesen und Bürgermeister Ludwigs „verschlagenem Schnitzelgesicht“ gegenübergestellt hat, wurde dadurch hoffentlich nicht beeinträchtigt.
Bilokation – „mit einem Arsch auf zwei Kirtag'“ zu sein – ist unseres Wissens erst einigen wenigen katholischen Heiligen geglückt, weshalb dieser Ausdruck meist in eine Negation verpackt zur Anwendung kommt: Man könne mit (nur) einem Arsch eben nicht auf zwei Kirtagen sein, könne also einer Aufgabe nicht gerecht werden, deren Lösung die gleichzeitige Anwesenheit an zwei verschiedenen Orten zur Bedingung hätte.
Gernot Blümel ist dennoch bereit, es den Heiligen Antonius von Padua, Josef von Cupertino oder Franz von Assisi gleichzutun und sich an der Bilokation in Finanzministerium und Rathaus zu versuchen.
Sagt er.
Gestalten will er, sagt er.
Und Wien wieder nach vorne bringen.
Daraus ergibt sich zwingend die Frage, wann dieses (etwa durch christlichsoziale Politik bewirkte?) Vornesein stattgefunden haben soll, bis es einem (roter Politik geschuldeten) Hintensein gewichen ist. Abgesehen vom „Ständestaat“ hatten in Wien die Christlichsozialen – dank eines damals noch nach Steuerleistung und nach Zugehörigkeit zu Wählerklassen (Kurien) beschränkten Wahlrechts – zuletzt in der Monarchie das Sagen. Meint er (Blümel) den Antisemiten Karl Lueger, den Adolf Hitler in „Mein Kampf“ überschwänglich lobt?
Über derlei Fragen gerieten Robert Menasse und Gernot Blümel einander in die Haare. Details dazu findet man zum Beispiel hier.
Blümel wusste sich zuletzt anscheinend nicht anders zu helfen, als die Erwähnung Hitlers in dem oben beschriebenen Zusammenhang mit der Verbreitung von NS-Gedankengut gleichzusetzen.

[Paco]

Daham

Man stelle sich ein Leben vor ohne Leberkäs‘, Stelzen und Käsekrainer, ohne Vierterl oder Krügerl, wie es uns Schwarz, Rot und Grün zumuten wollen. Schwarz, Rot und Grün sind wohl nicht zufällig auch die Farben Afghanistans, eines Landes, in dem die Taliban zu Hause sind, die ihre Frauen mit Stoff zuhängen.
Wer der von ÖVP, SPÖ und Grünen geplanten Talibanisierung Wiens nichts abgewinnen kann, hat bei der Wien-Wahl am 11. Oktober 2020 praktisch keine Wahl und muss seine Stimme dem jungen Infektiologen widmen, der den „Asylantenvirus“ entdeckt hat.
Mit unserem Plakatentwurf wollen wir vom Team Resi den noch Unentschlossenen helfen, sich richtig zu entscheiden.

Nachträgliche Berichtigung:
Ein kritischer Kommentar, der weiter unten nachgelesen werden kann, hat uns klargemacht, dass die Gegner der Afghanistan-Verschwörung am 11. Oktober sehr wohl die Wahl haben:
Sie können sich für den frischen Wind entscheiden, den der Jungvirologe macht; sie können aber ihre Stimme ebenso gut jenem bewährten Staatsmann geben, der im Vorjahr über ein kleines Video und allerlei bösartige Unterstellungen gestrachelt ist. Wir schätzen die im Dritten Lager herrschende Vielfalt und wünschen ihm deshalb alles Gute!